Einführungsrede Arved Fuchs am 07.11.2008

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

zu den letzten großen Abenteuern unserer Tage zählen Expeditionen ins Unbekannte. Expeditionen in Gegenwelten zum Alltäglichen und Gewöhnlichen, zu Routine und Trott, zu Ödnis und Langeweile. Gefahrvoll und risikoreich, zuweilen tollkühn und verwegen, ungewiss im Ausgang.

Arved Fuchs, der Gast des heutigen Abends, gilt als größter Abenteurer Deutschlands. Weltberühmt spätestens, als er zusammen mit Reinhold Messner 1989/ 90 die Antarktis auf Skiern durchquerte und als erster Mensch der Welt innerhalb nur eines Jahres zu Fuß beide Pole erreichte.

Schon als Kind wollte Arved Fuchs Polarforscher werden, begeistert von den Entdeckungsreisen und den spannenden Berichten der Norweger Fridtjof Nansen und Roald Amundsen und des Briten Robert Scott. Mit denen bezwang er in frühen Leseabenteuern grönländische Eispanzer, erlebte er abenteuerliche Odysseen auf Eisschollen, wundersame Rettungen und erschütternde Tragödien in menschenfeindlicher Eiswildnis, als sie noch als terra incognita galt.

Geschichten von beispielloser Kühnheit, Ausdauer und Mut, nicht selten mit dem Leben bezahlt.

Seit 30 Jahren ist Arved Fuchs nun schon selber unterwegs. Verlässt er seinen überquillenden Schreibtisch, entflieht er dem termingedrängten Arbeitsalltag und der hochtechnisierten Welt, bricht auf und bricht aus, um für einen Teil des Jahres oder sogar für mehrere Jahre ein völlig anderes Leben zu führen - das ganz anderen Gesetzen gehorcht.

Als er etwa 1981 den Atlantik im Segelboot überquerte. Als er 1983 Grönland mit einem Hundeschlitten durchquerte. Als er 1984, im Winter, Kap Hoorn mit dem Faltboot umrundete. Als er 1996 erstmals mit einem Segelschiff Nord-und Südamerika umrundete, ohne Unterstützung eines Eisbrechers.

Kühne, Grenzen sprengende Unternehmungen zwischen Tropen und ewigem Eis. Fuchs - ein Mann der Extreme, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Und doch gilt Fuchs nicht als Hasardeur, nicht als gedankenloser Draufgänger, als Verrückter, der leichtsinnig Leben riskiert. Der waghalsige Unternehmungen startet, mit unberechenbaren Gefahren und zuweilen mit fatalem Ausgang.
Arved Fuchs steht für Verantwortungsgefühl und für akribische Vorbereitung, die Risiken in überschaubarem Rahmen hält. Und immer wieder auch für die Bereitschaft zur Umkehr, wenn sich gesteckte Ziele als zu riskant, als lebensgefährlich erweisen.

Und darüber hinaus - bei aller Begeisterung für spektakuläre Naturschönheiten und vielfältige geschichtliche, geographische und kulturelle Fragen - darüber hinaus hat sich Arved Fuchs längst einen Namen gemacht als Mahner und Warner in Klimafragen. Indem er gerade durch seine Erfahrungen in der Arktis seit vielen Jahren auf dramatische Klimaveränderungen aufmerksam macht. Auf die globale Erwärmung. Auf das Schrumpfen der Gletscher. Auf den Anstieg des Meeresspiegels. Auf verhungernde Eisbären.
Das vermeintlich ewige Eis der Arktis befindet sich auf dem Rückzug. Auch davon wird er sicher gleich sprechen, wenn er im Kaleidoskop faszinierender Bilder dem „Ruf des Nordens“ folgt.

Herzlich willkommen in der Perle der Nordeifel, in der alten Tuchmacherstadt an der Rur, im wunderschönen Monschau, herzlich willkommen am St. Michael Gymnasium - Deutschlands bekanntester Abenteurer und Weltenbummler Arved Fuchs.

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