Einführungsrede zu Susanne Fröhlich in Ulmen

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

mit ihrem Buch „Moppel-Ich“ wurde sie im Sommer 2004 zur Abnehm-Heldin der Nation: Susanne Fröhlich, Journalistin, Autorin, Fernsehmoderatorin. ///
„Bild“, Kerner und sämtliche Morgenmagazine und Klatschsendungen wollten damals von ihr wissen: Wie schafft man das - nach einem persönlichen Gewichtswaterloo, als es wirklich ganz dicke gekommen war, so abzunehmen, dass selbst der Taxifahrer beim Potsdamer Fernsehstudio rät: „Jetzt müssen Se aber keen Gramm mehr abnehmen. An einer Frau muss wat dran sein!“
Auf einmal schien Abnehmen Spaß zu machen, Volkssport zu sein - mit dem etwas anderen Diätbuch „Moppel-Ich“.
Mit „Problemzonenpost“ an die Körperteile („Liebe Hüftknochen, seit Jahren haben wir uns nicht gesehen“). Mit lustigen Tagebucheintragungen zum Wiegehorror im Badezimmer oder zum Jeansdebakel in der Umkleidekabine. Mit deftigen Bemerkungen über dürre Zicken, über Karl Lagerfelds Weg zum perfekten Kleiderbügel von 60 Kilo, nach 42 Kilo Gewichtabnahme.

Und nun, 2010, seit wenigen Wochen, die erfolgreiche Fortsetzung: „Und ewig grüßt das Moppel-Ich“.
Was zeigt: der Kampf oder Krampf mit den Pfunden geht auch im Hause Fröhlich weiter, mutiert zur unendlichen Geschichte, wohl immer nur mit kurzfristigen Happy ends.

Einmal mehr beginnt es mit einem persönlichen Waterloo, einem schwer wiegenden Problem, dem Rückfall des Moppel-Ich, den die „Bild“-Zeitung schadenfroh auf die Titelseite bringt.

Wer das neue Buch von Susanne Fröhlich liest, wird vielleicht nicht äußerlich, aber immerhin innerlich erleichtert, wenn sie anschreibt gegen Magerwahn und Diätfanatismus.
Und wenn in Briefen an den eigenen Körper einmal mehr die Problemzonen ihr Fett wegbekommen, zumindest verbal: „Liebe Hüftknochen, war echt nett, euch kennengelernt zu haben, eine kurze, aber schöne Begegnung. Leider seid ihr ein wenig bindungsscheu.“
Worte, die ich heute Abend zur Begrüßung der Autorin abwandeln könnte:
„Liebe Susanne Fröhlich, ob Daun 2008, ob Ulmen 2010:
Wir beide gehen durch dick und dünn - möchte ich mal schlankweg behaupten. Wir sollten nicht jede kleine Esssünde auf die Waag-Schale legen. Es gibt auch Pfunde, mit denen man durchaus wuchern kann - Lebensfreude zum Beispiel. Und mit Blick auf die Titel Ihrer Diät-Bücher zitiere ich eine Eifeler Spruchweisheit: doppelt gemoppelt hält besser!“

Herzlich willkommen beim 9. Eifel-Literatur-Festival 2010 im Bürgersaal zu Ulmen, herzlich willkommen Susanne Fröhlich!

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