Einführungsrede zu David Safier

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich sehe sie immer noch vor mir: die Gruppe junger Mädchen, die in den Weihnachtstagen 2008 einen Bücherberg umstellten, kichernd Bände griffen, lebhaft blätterten und kommentierten und mit etlichen Exemplaren zur Kasse stürmten. „Mieses Karma“ hieß das Objekt ihrer Begierden. Das führte junge Leute zum Buch und zum Lesen, die man im Verdacht hat, sich mit gedruckten Roman freiwillig und privat kaum noch herumzuschlagen und immer mehr ins digitale Netz abzudriften.

Dieses Weihnachtsbild in einer Buchhandlung, die junge, frische Lesebegeisterung rings um einen Bücherberg, hat den letzten Anstoß gegeben, David Safier zum Eifel-Literatur-Festival 2010 einzuladen.
David Safier hat sich zunächst als Drehbuchautor einen Namen gemacht hat - vor Jahren schon für TV-Hits wie „Berlin, Berlin“ oder „Nikola“, wofür er den Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und den Emmy eingeheimst hat, den amerikanischen Fernseh-Oscar.
Und seit 2007 nun: David Safier als Romanautor! Der erzählerische Zauberkästen öffnet, um uns auf vergnügliche Reisen zu nehmen - durch andere Körper, durch andere Zeiten. Mit so komischen Verwandlungen und Verwicklungen zuweilen, dass Leser selbst in U-Bahnen losbrüllen müssen vor Lachen angesichts des Feuerwerks von Gags, Pointen und turbulenten Situationen.
Immer erzählt in der Ich-Form aus der Sicht von Frauen, die meistens privat frustriert sind, unglücklichen Lieben nachhängen, auch wenn sie beruflich erfolgreich sein mögen - die Fernsehmoderatorin Kim aus Potsdam ebenso wie Marie im Pfarrbüro von Malente oder die Grundschullehrerin Rosa aus Wuppertal.
Ein kleiner Anstoss nur: niederprasselnder Weltraumschrott einer russischen Raumstation, eine seltsame Begegnung mit einem Zimmermann, der sich als Jesus ausgibt; der Pendelschlag eines Hypnotiseurs - ein kleiner Anstoß nur, schon beginnt der Kreislauf der Wiedergeburten, das Karussell der Reinkarnationsstufen, von der Ameise über das Meerschweinchen bis zum Regenwurm in Irland und den Kartoffelkäfer auf Korsika. Schon beginnt eine im Wortsinne wunder-volle Romanze mit einem hebräisch sprechenden religiösen Eiferer, der die Menschheit retten möchte. Schon findet sich jemand im 16. Jahrhundert und im Körper Shakespeares wieder, mitten in einem Duell.

Urkomische Geschichten sind da vorprogrammiert, actionreich, verrückt - jenseits von Gegenwartsfrust und Langeweile.

Turbulent, verzwickt, schräg - aber immer auf Happy ends zusteuernd. Mit vielen neu gewonnenen Einsichten aus einem anderen Leben: etwa in das Wesen der wahren Liebe.

So komisch und unterhaltsam, dass sich schon mehr als zwei Millionen Leser allein von den beiden ersten Büchern haben bezaubern lassen. Grund genug, sich auf den Gast des heutigen Abends zu freuen.

Herzlich willkommen beim Eifel-Literatur-Festival 2010,
herzlich willkommen auf Burg Hengebach in Heimbach/im Festsaal von Haus Beda in Bitburg: David Safier.

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