Von April bis Oktober 2016

Martin Walser

Längst schon zählt er zu den wichtigsten und bekanntesten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur: Martin Walser. Streitbar und umstritten, vielseitig, vital und produktiv seit mehr als 50 Jahren. Und mit gut „80“ aktiver denn je. „Was er sagt, beschert ihm fast immer einen Skandal. Was er schreibt, meist einen Literaturpreis“, bilanzierte einmal die ARD. 2008 war er Gast des Festivals mit dem historischen Roman über Goethes letzte Liebe „Ein liebender Mann“. Aktuell arbeitet er an dem neuen Roman „Muttersohn“.

Im März 2010 erscheint der dritte Band seiner Tagebuchreihe „Leben und Schreiben“: „Tagebücher 1974 - 1978“. Auch dieser Band ist beides zugleich: Selbstzeugnis und zeithistorisches Dokument. Er gewährt Einblick in das schwierige Verhältnis von Autor und Kritiker. Der Tagebuchschreiber offenbart sich als Beobachter der eigenen Verletzbarkeit, aber auch als Zeitgenosse. Wiederum „eine Fundgrube brillanter Etüden, Miniaturen, Aphorismen“ (FAZ).

Zur Person:

Geboren 1927 in Wasserburg (Bodensee). Erzähler, Dramatiker, Essayist. 1946 -1951 Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichte in Regensburg und Tübingen. Promotion über Franz Kafka. Seit 1957 freier Schriftsteller. Als Walsers „opus magnum“ gilt die Anselm-Kristlein-Trilogie „Halbzeit“ (1960), „Das Einhorn“ (1966) und „Der Sturz“ (1973). Sein erfolgreichstes Buch, mehrfach verfilmt, ist die Novelle „Ein fliehendes Pferd“ (1978). Im Jahre 2007 erstellte das Magazin „Cicero“ eine Liste der 500 wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen. Demnach liegt Walser hinter Papst Benedikt XVI. auf dem zweiten Platz, noch vor Günter Grass. Preise und Auszeichnungen: u.a. „Preis der Gruppe 47“ (1955), Georg-Büchner-Preis (1981), „Friedrich-Hölderlin-Preis“ (1996), „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ (1998), „Corine“, Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk (2008). „Er lebt seit 1968 in Nußdorf bei Überlingen am Bodensee.

» Martin Walser hat die öffentliche Meinung der Bundesrepublik als Schriftsteller in einem Maße kommentiert und mitgeprägt wie neben ihm vielleicht nur noch Günter Grass. «
(Kindlers Literatur Lexikon 2009)