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Einführungsrede von Josef Zierden zu Jean-Luc Bannalec

Bitburg, 04.11.2021

Dr. Josef Zierden bei der Einführung von Jean-Luc BannalecSehr geehrte Damen und Herren,

Schon die Verkaufszahlen sind eindrucksvoll: 5, 2 Mio. Gesamtauflage aller zehn Bretagne-Krimis von Jean-Luc-Bannalec. Und eine Startauflage von 230.000 Exemplaren für den jüngsten Krimi, „Bretonische Idylle“, am 15. Juni erschienen. Seit Wochen „meistverkauft“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bannalecs Paperback-Bände oder Taschenbücher sind noch im Gewirr der Bücherstapel in Buchhandlungen leicht zu erkennen: an ihren Umschlägen im endlos hohen Himmelsblau. Mit malerischen Küstenorten oder einsamen Häuschen auf dem Cover, mit zerklüfteten Inselzungen oder bizarren Felsformationen, von schäumenden Atlantikwogen umspült. Angesiedelt allesamt in der Bretagne, der Halbinsel im Westen des französischen Festlands. Mit dem südlichen Finistère als Zentrum. Ein Name, der auf die Römer zurückgeht und so viel bedeutet wie „Finis terrae“, Ende der Welt. Während die Bretonen selber eher vom Anfang der Welt sprechen.

Anfang und Ende, Sehnsuchtsort mit Urlaubsflair: für viele Krimifreunde ist jedenfalls die Bretagne das Zentrum der Krimiwelt. Die sie über Tausende von Seiten begierig lesen. Die sie im Fernsehen in bewegten Bildern verschlingen. Und die sie touristisch fast schon heimsuchen auf den Spuren der Bannalec-Krimis. Die Polizeiwache in Concarneau und das Restaurant L’Amiral, die Künstlerschule von Pont Aven, dazu viele Inseln, Gebirgsmassiv, Küsten, Buchten oder Zauberwälder, sagenumwoben bis in frühmittelalterliche Zeiten des legendären König Artus und seiner Tafelrunde.

So wird jeder Bannalec-Krimi zu einer Hommage an eine magisch schöne und vielfältige Landschaft mit anziehendem Urlaubsflair.

Eine paradiesische Idylle zuweilen, meist im Sommer, wären da nicht blutige Gewalttaten. Honoratioren der Stadt, Unternehmer, Fischer, Forscher: allzu schnell schwemmt das Meer ihre Leichen an. Mit aufgeschnittener Kehle, erwürgt oder mit einem Stein erschlagen. Dann schlägt die Stunde von Kommissar Dupin, der binnen weniger Tage das Chaos bändigen,  die Verbrechen aufklären, die Gewaltwelt befrieden muss. Was ihm gelingt immer wieder mit Kraftschüben von Koffein, mit einer Fülle von Marotten. Und einem Tatendrang, der ihn unfähig macht für Entspannung und Muße selbst im Urlaub am Strand oder beim Betriebsausflug. Gänzlich ungeeignet für die Süße des Lebens, der „douceur de vivre“ so mancher Bretonen. Von Paris zwangsversetzt ans Ende der Welt, ist er in zehn Jahren längst selber ein Bretone geworden. Interessiert an der Geschichte und den Geschichten dieses kulturreichen Landstrichs - und auch an Meerestierarten wie Pinguinen, Kegelrobben, Haien oder Delfinen.

Dass heutzutage das Leben überaus gefährlich sei, wie das bretonische Sprichwort sagt: dem stimmt man nach jedem spannenden Dupin-Krimi immer neu zu.

Was hier einleitend nur kurz umrissen und skizziert worden ist: Bannalecs und Dupins Bretagne, die Gewaltverbrechen in der idyllischen Landschaft und die Methoden der Aufklärung, das Erfolgsgeheimnis dieser Bretagne-Krimis: das wollen wir heute Abend in einem ausgiebigen Gespräch mit dem Autor vertiefen.

Herzlich willkommen beim 15. Eifel-Literatur-Festival 2021, herzlich willkommen in der Bitburger Stadthalle: der Krimiautor Jean-Luc Bannalec alias Jörg Bong aus Frankfurt am Main.