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„Mr. Pubertier“ kommt zum Eifel-Literatur-Festival

29.05.2018

Jan WeilerPRÜM. Wenn Sie zu denen gehören, die zuhause junge Menschen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren beherbergen, die zwar Ihrer Familie zuzurechnen sind, Ihnen aber gelegentlich wie wundersame Wesen von einem anderen Stern vorkommen, dann sollten Sie sich am 8. Juni auf den Weg nach Prüm machen. Denn dort äußert sich ein Familienvater, der bestens über das Minenfeld der Pubertät Bescheid weiß und ihm einen großen Teil seines eigenen Erfolgs verdankt. Die Rede ist von Jan Weiler.

Der 51jährige, der seine Laufbahn als Werbetexter begann und als Chefredakteur des SZ-Magazins sowie Kolumnist einen erfolgreichen Weg im Journalismus einschlug, wurde 2003 schlagartig als Buchautor bekannt. Damals veröffentlichte er „Maria, ihm schmeckt´s nicht!“, die lustige Geschichte eines Besuchs bei der italienischen Familie seiner Ehefrau. Das Buch, das auch fürs Kino verfilmt wurde, scheint zwar autobiografisch, enthält aber nach Aussage des Autors sehr viel Fiktion.

Ein ähnlicher Ansatz liegt den Folgewerken zugrunde, mit denen es Jan Weiler endgültig in den Bestseller-Olymp geschafft hat: Es ist die 2014 mit dem Titel „Das Pubertier“ begonnene Reihe um das familiäre Leben mit pubertierenden Jugendlichen. Aktuell ist der dritte Band „Und ewig schläft das Pubertier“ auf dem Markt, das Jan Weiler nach Prüm mitbringen wird. Helden und Heldinnen des in Kolumnenform geschilderten Alltags, sind der Ich-Erzähler als Vater, Ehefrau und Mutter Sara sowie die ältere Tochter Carla und der jüngere Sohn Nick. Die Vier durchleben den „ganz normalen Wahnsinn“. Beispielsweise müsste Tochter Carla für die Schulfächer Französisch und Mathematik lernen, weil sie jeweils auf Note Fünf steht, hat aber keine Zeit für beides. Nach Abwägung, dass sie bei der Partnerwahl notfalls auf jemanden zurückgreifen kann, der mit einem Taschenrechner klarkommt, entscheidet sich schließlich für Anstrengungen in Französisch – aber nur, weil die Französischlehrerin die gleichen Schuhe trägt wie sie.

Familien in vergleichbarer Konstellation finden sich in Weilers pointierten Schilderungen wieder. In einem Interview der „Welt“ sagt er: „Ich höre dauernd: bei Ihnen geht es ja genauso zu wie bei uns zu Hause. Als säßen Sie beim Schreiben unter unserem Küchentisch“. Er empfindet das als ein großes Kompliment und erklärt, warum in seinen Geschichten so viel Identifikationsmöglichkeit gegeben ist: „Alles, was nicht verallgemeinerbar ist und sich nur auf mein Kind bezieht, kommt in der Kolumne nicht vor“.

Weilers Kinder kennen es nicht anders, als ständig in seinen Geschichten vorzukommen und nehmen nach Aussage des Autors auch nichts übel. Denn als Vater beherzigt Weiler den Grundsatz, „meine Kinder haben ja auch Persönlichkeitsrechte“, indem er seine Kolumnensprösslinge weitgehend fiktiv gestaltet. Manchmal komme es schon vor, dass seine Tochter sich in Passagen wiederfinde, dann sage sie: „Oh, da hast du das eingebaut, das ist ja lustig“. Lustig wird sicher auch Jan Weilers Lesung im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals in Prüm am 8. Juni, denn dann geht es um das große Abenteuer des Umgangs mit dem fast erwachsenen Pubertier, wenn es seinen Hang zu reduzierter Kommunikation und ausgeprägtem Chillen pflegt oder die neuen Pfade der Liebe betritt…

Tickets gibt es online unter www.eifel-literatur-festival.de, in mehr als 700 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional und 06 51/ 97 90 777.

Von Anke Emmerling