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„Hitlers erster Feind“: Stefan Aust über Konrad Heiden. FESTIVALFINALE 2018

01.11.2018

Der deutsch-jüdische Journalist Konrad Heiden (1901-1966) war „Hitlers erster Feind“.

Schon seit Anfang der 1920er Jahre, als Student und als Korrespondent der Frankfurter Zeitung in München, begleitete er aus nächster Nähe die Aktionen und die Auftritt Adolf Hitlers und die NSDAP. Früh erkannte die Gefährlichkeit Hitlers und der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung. Seine rhetorische Suggestivkraft auf das Massenpublikum und den totalitären Anspruch der Bewegung. Er schrieb seit Anfang der 1930 er Jahre Bücher über Bücher über Hitler, die früh Bestseller und Standardwerke wurden.

Stefan AustEinen „Seismographen kommender Beben“ nennt der renommierte Journalist und Bestseller Stefan Aust, der langjährige „Spiegel“-Chefredakteur und jetzt Herausgeber von „Welt“ und „Welt am Sonntag“. 2016 hat er eine Biografie über Konrad Heiden vorgelegt. Und am Mittwochabend in Haus Beda in Bitburg, während draußen Halloween-Treiben tobte, entriss er im Gespräch mit Festivalchef Josef Zierden einen mutigen Kämpfer gegen Rechtsradikalismus dem Vergessen.

Ein durchaus wieder aktuelles Thema in Zeiten von AfD, Höcke und Revolution Chemnitz & Co. Aust brachte den Chronisten Konrad Heiden lebendig nahe: seinen sarkastisch-coolen Stil, seine anschaulichen Details - niedergelegt in einer Zeit, als man gar nicht wissen konnte, was sich aus Hitlers Bewegung entwickeln könne. Sogar den kommenden Holocaust an Juden, den Massentod durch Gas, prognostizierte er klar nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Da hatte Konrad Heiden längst schon untertauchen müssen, war im Exil, ausgebürgert und staatenlos. In den USA fand er schließlich Zuflucht.

Am Festivalabend in Bitburg, vor rund 300 Besuchern in Haus Beda (ausverkauft), sprach ein brillanter Journalist unserer Zeit über einen brillanten Journalisten der 1920 und 1930 er Jahre. Und setzte dem Journalisten Konrad Heiden ein sprachliches Denkmal: seinem Bemühen, mit Worten aufzuklären, für Freiheit und Humanität zu kämpfen gerade in trüber werdenden, rechtsradikalen Zeiten.

Lang anhaltender Beifall und wieder einmal ein lange Signierschlange beendeten den 24. und letzten Festivalabend des Jahres 2018. Mehr als 14.000 Besucher hatten sich bei 24 Veranstaltungen begeistern lassen, durchschnittlich 600 Besucher pro Veranstaltung - ein Rekord in 24 Jahren Festivalgeschichte. 15 von 24 Veranstaltungen waren ausverkauft. Und mehr als 2000 Ticketwünsche standen noch auf den Wartelisten. Die Saalgrößen des Festivals 2018 reichten von 1500 Besuchern im Eventum Wittlich (Sebastian Fitzek, Anselm Grün) über 810 Besucher (Stadthalle Bitburg), 700 Besucher (Aula der ehem. Hauptschule Prüm), 540 Besucher (Forum Daun) bis zu rund 300 Besuchern (Haus Beda in Bitburg). 

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