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Zeitgeschehen aus prominenter Sicht

11.12.2017

Gregor Gysi, Cornelia Scheel, Linda Zervakis und Stefan Aust bringen beim Eifel-Literatur-Festival Biografisches und Geschichtliches zu Gehör

Es ist von besonderer Faszination, wenn Zeitgeschichte durch einen biografischen Blickwinkel oder die Sicht kompetenter Chronisten vermittelt wird. Dem trägt das Eifel-Literatur-Festival 2018 mit Geschichten von illustren Persönlichkeiten Rechnung: Gregor Gysi, Cornelia Scheel und Hella von Sinnen sowie Linda Zervakis und Stefan Aust werden zu Lesungen in die Eifel kommen.

Gregor GysiPrüm. Einen Zeitzeugen mit besonderem Format können Besucherinnen und Besucher des Eifel-Literatur-Festivals am Freitag, 22. Juni in der Bitburger Stadthalle erleben: Gregor Gysi. Der 1948 in Ost-Berlin Geborene gehört zu den wohl schillerndsten Figuren im Politbetrieb der neueren deutschen Geschichte. Nach dem Abitur als Facharbeiter für Rinderzucht ausgebildet, studierte er Jura, arbeitete als einer der wenigen freien Rechtsanwälte in der DDR und verteidigte Systemkritiker. Zeitgleich war er Mitglied in der SED, zu deren Vorsitzenden er noch 1989 gewählt wurde und deren Fortbestand er auch nach der Wende unterstützte. Ab 2005 startete er eine neue Politkarriere in der Bundesrepublik, besonders erfolgreich als Kopf der Partei Die Linke. Einerseits genießt Gysi Ansehen als scharfsinnige, eloquente und rhetorisch gewandte Persönlichkeit, andererseits reibt sich die Öffentlichkeit an ihm. Eine etwaige Stasivergangenheit und die späte Lossagung von der SED hingen ihm stets an. Insofern ist Spannung garantiert, wenn er beim Festival aus seiner Biografie „Ein Leben ist zu wenig“ lesen wird.

Cornelia Scheel und Hella von Sinnen

Um persönliche Erinnerungen an eine besondere Frau geht es am Freitag, 17. August im Forum Daun. Dann wird Cornelia Scheel, die Tochter von Mildred Scheel, aus ihren „Erinnerungen an meine Mutter“ lesen. Mildred Scheel ist unvergessen als engagierte Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Sie gründete die Deutsche Krebshilfe und gilt als eine der einflussreichsten Frauen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ihre 1963 geborene Tochter Cornelia, die von ihr zunächst alleine erzogen wurde, steht heute ebenfalls im Rampenlicht. Sie engagiert sich öffentlich nicht nur in der Deutschen Krebshilfe, sondern – mit Auszeichnung - vor allem für die Belange von Lesben und Schwulen. Schon 1992 machte sie mit ihrer Partnerin, der Fernsehmoderatorin und Komikerin Hella von Sinnen, und der „Aktion Standesamt“ einen Vorstoß, die gleichgeschlechtliche Ehe durchzusetzen, was aber an der damaligen Gesetzeslage scheiterte. Mit Hella von Sinnen gründete Scheel auch das Unternehmen „Komikzentrum“, das unter anderem Texte von Hella von Sinnen herausgibt. Bei ihrer Lesung in Daun wird Cornelia Scheel von Hella von Sinnen begleitet.

Linda ZervakisAm Freitag, 28. September, kommt eine ebenfalls aus dem Fernsehen bekannte Autorin nach Daun, Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis. Die 1975 als Tochter griechischer Gastarbeiter in Hamburg Geborene bringt ihre Autobiografie „Königin der bunten Tüte“ mit. Darin erzählt sie unter anderem von den Erfahrungen ihrer Jugendjahre, in denen sie im Kiosk Ihres Vaters in Hamburg-Harburg mitarbeiten musste. Linda Zervakis ist die erste Tagesschausprecherin mit Migrationshintergrund. Ihre Geschichte ist auch die einer jungen Frau, die sich durch Bildung und Zielstrebigkeit eine erfolgreiche Karriere aufgebaut hat.

Über ein anderes als das eigene Leben berichtet Stefan Aust am Freitag, 12. Oktober in Bitburg. Aust war von 1994 bis 2008 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und ist seit 2014 Herausgeber der Tageszeitung „Die Welt“.

Stefan Aust

Vorher arbeitet er unter anderem bei der Zeitschrift „konkret“, deren Herausgeber Klaus Rainer Röhl zwei Töchter mit Ulrike Meinhof hatte. Die Zwillinge waren von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden. Aust befreite sie dort 1970 auf eigene Faust und brachte sie zu Röhl zurück. Auch weiterhin verlief sein Leben recht turbulent. Er beschritt eine überaus erfolgreiche, mit vielen Preisen ausgezeichnete Journalistenkarriere, geriet aber immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Man warf ihm vor, unsauber zu berichten oder auch seine privaten Interessen zu stark in die Arbeit einfließen zu lassen. Als Autor politischer Bücher verfasste er viele Werke, die sich kritisch mit der neueren deutschen Geschichte auseinandersetzen, zum Beispiel dem Baader-Meinhof Terrorismus, der Globalisierung, Datenmissbrauch oder der Mordserie des NSU. In seinem letzten Buch „Hitlers erster Feind“ setzte er dem Publizisten Konrad Heiden ein Denkmal, der in den 1930er und 40er Jahren erfolgreicher Gegner des Regimes war, nach dem Krieg aber in Vergessenheit geriet. Daraus wird er beim Eifel-Literatur-Festival lesen.

Die Termine im Überblick:

Tickets:

  • Ticket-Telefon: 0651/ 97 90 777, Mo – Sa, 9 – 18 Uhr, über Ticket-Regional, Konstantinstr. 10, 54290 Trier, oder Luxemburg Tel.: 20 30 10 11
  • Online: www.eifel-literatur-festival.de, Tickets per Postversand oder Sofortausdruck
  • Direktkauf: In den Festivalorten, dem Volksfreund-Service-Center in Trier, Neustr. 91, und in weiteren über 700 Vorverkaufsstellen in Rheinland-Pfalz, Saarland, NRW, Luxemburg, Belgien und Frankreich