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Preisgekrönte Stimmen der modernen Gegenwartsliteratur

18.12.2017

Das Eifel-Literatur-Festival 2018 präsentiert Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch und herausragende Gegenwartsautoren aus dem deutschsprachigen Raum

Nach Imre Kertesz, Günter Grass und Herta Müller präsentiert das Eifel-Literatur-Festival mit Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch in 2018 erneut eine Literatur-Nobelpreisträgerin. Die Weißrussin eröffnet eine Reihe mit großen Autoren, die für anspruchsvolle Gegenwartsliteratur stehen: Sven Regener, Sasa Stanisic, Peter Stamm, Zsuzsa Bank, Stefan Hertmans und Raoul Schrott.

Swetlana Alexijewitsch

Die 69jährige Swetlana Alexijewitsch ist eine besondere Chronistin des Lebens der Menschen in Weißrussland, Russland und der Ukraine. Die studierte Journalistin, die vor allem in den Genres Kurzgeschichte, Essay und Reportage zuhause ist, hat eine Ausdrucksform entwickelt, mit der sie so nah wie möglich an persönliches Erleben herankommt. Sie führt Interviews und fasst die gesammelten Stimmen zu Collagen zusammen. Auf diese Weise hat sie zum Beispiel Schicksale sowjetischer Soldatinnen im zweiten Weltkrieg („Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“) oder die Tschernobyl-Katastrophe („Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“, „Gespräche mit Lebenden und Toten“) dokumentiert. In ihrer Heimat brachte ihr das Kritik, Schikanen und Anklagen ein. Im Westen hingegen erhielt sie für ihr Werk und ihre couragierte Haltung höchste Auszeichnungen wie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2013 und den Nobelpreis für Literatur 2015. Am Freitag, 20. April 2018, kommt sie mit der Übersetzerin und Moderatorin Ganna-Maria Braungard und ihrem neuesten Buch „Secondhand-Zeit“ über das Leben nach dem Zusammenbruch des Sozialismus ins Haus Beda in Bitburg.

Die Zeit vor dem Mauerfall in Berlin steht im Zentrum der Lesung des nächsten Gegenwartsliteraten, der sich am Dienstag, 8. Mai, in Wittlich vorstellt, Sven Regener. Der vielfach ausgezeichnete 56jährige wurde zunächst bekannt als Musiker und Kopf der Band „Element of Crime“. 2001 landete er mit „Herr Lehmann“ seinen ersten durchschlagenden Bucherfolg, der eine Karriere als Schriftsteller und Drehbuchautor begründete. Es folgten Bestseller wie „Neue Vahr Süd“ oder „Hai-Alarm am Müggelsee“, die allesamt verfilmt wurden. Schräge Typen und bizarre Situationen kennzeichnen sein Werk, auch das neueste, „Wiener Straße“, aus dem er in Wittlich lesen wird.

Saša StanišićDurch Komik, Fantasie und brillante Formulierungen hat sich der aus Bosnien stammende Sasa Stanisic in die Herzen von Lesern und Kritikern geschrieben. Der 39jährige, der 2006 mit „Wie der Soldat das Grammofon reparierte“ ein hoch gelobtes Debüt feierte, kommt am Freitag, 25. Mai, nach Wittlich in die ehemalige Synagoge. Dort liest er aus seinem neuen Erzählband „Fallensteller“. Darin geht es um verschiedene Menschen, die sich mit Witz und Mut durchs Leben schlagen, zum Beispiel einen alten, vom Leben nicht sehr verwöhnten Mann, der an Magie glaubt, oder zwei Freunde, die lügend und stehlend durch Europa reisen, um der Erfüllung ihrer Sehnsüchte nahe zu kommen.

Ein Autor aus der Schweiz ist am Freitag, 1. Juni, in Prüm zu Gast. Es ist Peter Stamm, der sich mit Prosa, Hörspielen und Theaterstücken zum Thema menschliche Beziehungen einen Namen gemacht hat. Der 54jährige studierte Psychologe ist seit seinem Roman-Debüt „Agnes“ (1998) eine gewichtige Größe in der Literaturszene. Charakteristisch für ihn ist eine reduzierte, nüchterne bis lakonische Erzählweise, die den Fokus der Leser auf die wesentlichen Inhalte seiner Geschichten lenkt. Meist drehen sie sich um die Spannungsfelder von Liebe, Nähe und Distanz. So auch sein jüngster Roman „Weit über das Land“, in dem er von einem Mann erzählt, der sein bisheriges Leben einfach hinter sich lässt.

Zsuzsa BánkAuch Zsuzsa Bank, die Frankfurter Schriftstellerin mit ungarischen Wurzeln, beschäftigt die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen und des Lebens selbst. Die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Autorin nimmt sich immer wieder existenzieller Themen wie Wandel, Abschied und Neubeginn an. Mit ihrem jüngsten Roman „Schlafen werden wir später“ hat sich die 52jährige den Wunsch erfüllt, endlich einen Briefroman zu schreiben. Darin reflektieren zwei Freundinnen, die ganz unterschiedliche Leben führen, in einem offenen und emotionalen Mail-Austausch, was ihnen bisher widerfahren ist, und was sie noch von ihrem Dasein erwarten. Am Dienstag, 12. Juni, wird Zsuzsa Bank im Wittlicher Cusanus-Gymnasium daraus lesen.

Zwei Monate später, am Freitag, 31. August, können die Besucherinnen und Besucher des Eifel-Literatur-Festivals in Bitburg einen der bedeutendsten Autoren aus dem niederländischen Sprachraum kennenlernen. Stefan Hertmans, der in der Nähe von Brüssel lebt und auch Deutsch spricht, hat sich mit Prosawerken, Lyrik, Essaysammlungen zu literaturkritischen, kulturgeschichtlichen und philosophischen Themen sowie etlichen Theaterstücken einen Namen gemacht. Sein erster in Deutschland 2014 erschienener Roman „Der Himmel meines Großvaters“ wurde von der New York Times als eines der fünf wichtigsten Bücher des Jahres gewertet. In die Eifel bringt er sein jüngstes Werk „Die Fremde“ mit, das vom Schicksal einer Frau erzählt, die zur Zeit des ersten Kreuzzuges im 11. Jahrhundert lebt.

Raoul SchrottDie Geschichte der ganzen Welt behandelt Raoul Schrott am Freitag, 14. September in Bitburg bei einer Lesung aus seinem neuesten Buch „Erste Erde“. Der 53jährige österreichische Autor promovierte als Literaturwissenschaftler über Dada und arbeitete während einer Studienzeit an der Sorbonne beim französischen Surrealisten Philippe Soupault. Unter anderem hatte er 2012 zusammen mit Christoph Ransmayr die Poetik-Dozentur 2012 an der Universität Tübingen inne. Sein Werk gilt als äußerst ambitioniert und bedeutend für die Gegenwartsliteratur. In „Erste Erde“, das er auch als „Epos“ betitelt, wagt er sich daran, mit der Verknüpfung von Dichtung und Wissenschaft ein modernes Gegenstück zu Alexander von Humboldts „Kosmos“ zu entwerfen.

Die Termine im Überblick:

Tickets:

  • Ticket-Telefon: 0651/ 97 90 777, Mo – Sa, 9 – 18 Uhr, über Ticket-Regional, Konstantinstr. 10, 54290 Trier, oder Luxemburg Tel.: 20 30 10 11
  • Online: www.eifel-literatur-festival.de, Tickets per Postversand oder Sofortausdruck
  • Direktkauf: In den Festivalorten, dem Volksfreund-Service-Center in Trier, Neustr. 91, und in weiteren über 700 Vorverkaufsstellen in Rheinland-Pfalz, Saarland, NRW, Luxemburg, Belgien und Frankreich