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Einführungsrede von Dr. Zierden zu Sebastian Fitzek am 6. April in Wittlich

Seiner Einführungsrede zu Fitzek stellte Dr. Zierden noch eine allgemeine Begrüßung voran - zum Festivalstart 2018.
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

aller guten Dinge sind „drei“ - das werden Sie nicht mehr glauben, wenn jetzt auch noch ein 3. Redner auf die Bühne tritt.

Aber wenn man das Eifel-Literatur-Festival 2018 seit Januar 2017 geplant hat, wenn man es im November 2017 präsentiert hat, wenn man die stürmische Nachfrage vom ersten Tag an verfolgt hat, mit 2.500 Tickets am ersten Tag und mit jetzt rd. 10.000 verkauften Tickets in fünf Monaten:

Dann möchte man schon einmal KURZ DANKESCHÖN SAGEN DÜRFEN -

in einem wunderschönen DREIKLANG - an Besucher, Förderer, Mitarbeiter.

1. an die vielen Besucher, die Leser, die Bücherfans, für die wir das Festival ja veranstalten. Sie sind heute Abend aus der ganzen Region Trier angereist und weit darüber hinaus: aus vielen Teilen von RLP, aus dem Saarland, aus Hessen, Baden-Württemberg und NRW, aus Belgien und Luxemburg.

In unsere kleine Eifelwelt sind sie angereist aus Aachen, Wuppertal, Köln, Bonn, aus Mönchengladbach, Erkelenz, aus Wiesbaden, Mainz und Worms, aus Luxemburg, Eupen und St. Vith, aus Saarbrücken und Homburg, ja sogar aus Neubrandenburg, aus der Gemeinde Glienicke am  Nordrand von Berlin.

Diese Besucher hätten glatt bei Fitzek im Auto zusteigen können.

Dreiklang, Grundton 2: Ein Dankeschön an die vielen Förderer des Festivals, ob Premiumpartner oder Sponsoren, ob Land (Kultursommer), ob Landkreise (kommunaler Träger: Eifelkreis Bitburg-Prüm), ob Städte, ob Dörfer - und auch die Medien: Ohne Sie gäbe es kein Eifel-Literatur-Festival.

Da fördert das Wasser mit Stern die Sternstunden für Leser.

Da stehen bei Lotto die Trefferchancen auf den Hauptgewinn bei 1:95 Mio. - und mit der bloßen Förderung des ELF landet Lotto RLP gleich einen Volltreffer.

Da schaffen es die Sparkassen der Region, in der Niedrigzinsphase, ihr Geld mit kulturellem Rekordzins anzulegen - etwa beim ELF.

Schauen Sie sich um, liebe Banker, in dieser intimen Publikumskulisse - stärker die Zinsen nicht sprießen.

Dreiklang, Grundton 3:

Auch wenn Verlage, Agenturen oder Autoren zuweilen ein hauptamtlich besetztes Literaturbüro hinter dem Eifel-Literatur-Festival vermuten.

Auch wenn das ELF längst als das bedeutendste und erfolgreichste Festival des Landes RLP gilt: Organisiert wird es auch im 24. Jahr seines Bestehen EHRENAMTLICH. Wen auch immer Sie heute Abend gesehen haben an der Abendkasse, der der Ticketkontrolle oder vorher schon bei bewegenden Momenten am Steuer eines Tesla Model X: Da sind Ehrenamtler am Werk.

Die verdienen nicht viel - Ihren Anerkennung und Ihren Applaus aber schon!

4. Und schon muss ich den Dreiklang zu einem Vierklang erweitern:

Ohne hochkarätige Autoren ginge gar nichts beim Eifel-Literatur-Festival, querbeet durch alle Gattungen.

Da steht kein riesiger Klangkörper auf der Festivalbühne, kein Riesenorchester oder ein großes Musicalensemble - sondern nur eine einzige Person, kaum mehr als eine Piccoloflöte.

Die sich in eine literarische ZAUBERFLÖTE verwandelt, wenn sie Säle füllt und Wartelisten, wenn sie Gänsehaut schafft und Gruselfeeling.

Wenn sie mehr als 1440 Personen aus dem Fernsehsessel zu vertreiben vermag und weg von flimmernden Handymonitoren und Computerbildschirmen.

„Die schönste Arena für ein Buch ist der Autor im Gegenüber seiner Leser“, schrieb Ende März das „börsenblatt des dt. Buchhandels“.

Diese schönste Arena - wir haben Sie heute in Wittlich.

Und einen der stärksten Lesermagneten unseres Landes - wir haben ihn heute Abend im „Eventum“.

Zu diesem Phänomen des Lesermagneten „Fitzek“ - und nur noch zu ihm - erlauben Sie mir einige kurze Worte, wie seit 24 Jahren schon.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Dr. Zierden in Wittlich

„Starautor“, „Erfolgsautor“, „Meister der Spannung“, „Meister des Wahns“, „der deutsche Meister des Psychothrillers“, „der deutsche Stephen King“: mit immer neuen Superlativen und hymnischen Etiketten begleiten die Medien den beispiellosen Erfolgsweg des Schriftstellers Sebastian Fitzek.

Der, nach etlichen Verlagsabsagen zu seinem ersten Manuskript, 2006 mit dem Taschenbuch-Thriller „Die Therapie“ debütierte. Und der gleich die Bestsellerliste eroberte, immerhin bis Rang 27 und immerhin mit 10 Wochen Verweildauer.

Noch ohne Lesereise und ohne nennenswertes Marketing - und mit eher überschaubarer Auflage.

Und doch gleich nominiert als bestes Debüt für den renommierten Friedrich-Glauser-Krimipreis. Und gleich umjubelt von der „Bild am Sonntag“: „Ein Thrillerdebüt - so aufregend, dass sogar die Seiten vor Spannung zittern.“

Mit Thrillern wie „Amokspiel“ (2007) und „Das Kind“ (2008) festigte Sebastian Fitzek seinen Ruf als „neuer deutscher Star des Psychothrillers“. Immer höhere Platzierungen erreichten seine Thriller auf den Bestsellerlisten - und immer länger verweilten sie dort: bis zu Rang 4 mit „Der Seelenbrecher“ im Jahre 2008, bis zu Rang 3 mit „Augensammler“ im Jahre 2010 und „Augenjäger“ 2012. Und 2013 dann - da stürmte Fitzek mit dem Psychothriller „Der Nachtwandler“ erstmals auf Platz 1 der Bestsellerliste - wie 2014 mit „Passagier 23“, 2015 mit „Das Joshua-Profil“, 2016 „Das Paket“ und 2017 gleich zweimal mit „AchtNacht“ (ab März) und „Flugangst 7A“ (ab Oktober).

Wobei „AchtNacht“ sogar die Jahresbestsellerliste 2017 Taschenbuch Belletristik anführte, mit 41 Wochen Verweildauer ganz, ganz oben!

Längst steht Sebastian Fitzek an der Spitze der Auflagenmillionäre - im Februar hat die Auflage die 10-Millionen-Grenze überschritten.

Und längst ist Sebastian Fitzek zu einer Marke geworden, zu einem verlässlichen Bestsellergaranten, der Bucherfolge produziert wie am Fließband.

Das ist erstaunlich in einer Zeit, in der dem Buchmarkt Millionen von Leser weggebrochen sind. Und in der die Verlage über der Frage verzweifeln, ob Bestseller planbar seien und ob es einen Bestsellercode für Rekordauflagen gebe.

Die Thrillerwelt des Sebastian Fitzek - sie gleicht einem „Parforceritt durch die Welt der Ängste“, durch die Welt des Bösen und Perfiden. In der die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit rasch verschwimmen. In der Menschen anderen Menschen grausame Dinge antun. In der es wimmelt vor Psychopathen und Mördern, vor Horror, Grusel, Brutalität und Grausamkeit. In der die Leser in die dunkelsten Ecken ihrer Psyche geführt werden und schlaflose Nächte vorprogrammiert sind. Nervenkitzel pur, pulstreibende Spannungsromane, nichts für zarte Gemüter. Je mehr die Leserinnen und Leser in den Sog der Psychothriller geraten, umso mehr werden sie selber zu Protagonisten: die mitfiebern, die sich - wie die Personen im Buch - verfolgt und gehetzt fühlen und förmlich die Angst im Nacken spüren. Die zuweilen zutiefst verunsichert werden und an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln. Wobei Sebastian Fitzek nicht müde wird zu betonen, dass es ihm um die Opfer gehe und nicht um die Täter. Und darum, was das Böse, was Gewalt und Angst mit den Opfern in unvorhersehbaren Horror-Situationen anrichten.

Die menschliche Seele als gefährlichste Waffe, jeder Mensch als potenzieller Mörder - das gemahnt zuweilen an den berühmten Satz aus der griechischen Tragödie „Antigone“ des Sophokles, vorgetragen vom thebanischen Chor der Alten: „Ungeheuer ist viel. Doch nichts ist ungeheuerer als der Mensch“

Womit wir schon beim jüngsten Erfolgsthriller von Sebastian Fitzek wären: „Flugangst 7A“, im Oktober 2017 erschienen mit einer Startauflage von gerade mal 400.000 Exemplaren. Da soll ein Psychiater einen Passagier, einen psychisch labilen Menschen, so manipulieren, dass er ein Flugzeug mit rund 600 Insassen zum Absturz bringt. Sollte er dieser Anweisung nicht folgen, so werden seine Tochter und ihr noch ungeborenes Baby sterben.

Angst vor dem Fliegen, Angst vor Entführung, Angst vor dem Verlust des Partners, Sorge um die eigenen Kinder: Wieder einmal spielt Fitzek mit realistischen Alltagsängsten seiner Leserinnen und Leser - und mit seinen eigenen Ängsten.

Über den Wolken, denkt man in ferner Erinnerung an Reinhard Mey, über den Wolken müssen die Mordphantasien wohl grenzenlos sein.

Absturzängste aus der Feder eines Autors, der seit Jahren zu immer neuen Höhenflügen auf die Bestsellerlisten ansetzt - und der doch bodenständig, geerdet und überaus nett und sympathisch geblieben ist.

Und eben durchaus ängstlich. „Wäre ich kein Weichei, könnte ich nicht über grausame Dinge schreiben“, sagte er einmal in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Kaum zu glauben, dass auch dieser jüngste Psychothriller in Fitzeks Grunewalder Arbeitszimmer entstanden ist, dessen Fenster einen Blick in ein schönes und friedliches Gartenidyll eröffnet. Für Fitzek ist das kein Widerspruch, sagte er doch in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung: „Ich brauche einen friedlichen Ausblick. Umso brutaler kann ich schreiben.“

Herzlich willkommen beim 13. Eifel-Literatur-Festival 2018,

herzlich willkommen zum Festivalstart 2018 im Eventum zu Wittlich: der Meister der morbiden Phantasie - Sebastian Fitzek aus Berlin.