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Von Lenin bis Putin: Leben auf den Trümmern des Sozialismus

21.04.2018

Swetlana AlexijewitschUm den Menschen aus dem Sozialismus nach dem Untergang der Sowjetunion in den Jahren von Glasnost und Perestroika 1990/1991 ging es beim Eifel-Literatur-Festival gestern Abend in Bitburg.

Vor rund 300 Besuchern von nah und fern in Haus Beda (ausverkauft). Zu Gast war Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch aus Minsk/ Weißrussland. Mit ihrem dokumentarischen „Roman aus Stimmen“ hat sie ein eigenes literarisches Genre geschaffen, ein „vielstimmiges Werk“, „das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt“. So die Nobelpreisbegründung 2015.

Da kam der rote Marschall zu Wort, der mit der Perestroika von Gorbatschow  das große Sowjetreich untergehen und Antikommunismus und Kapitalismus heraufziehen sieht. Er bringt sich um, weil er in diesem Land nicht mehr leben möchte. Da kommt der Geschäftsmann zu Wort, der die Kommunisten hasst, Stalin und Hitler gleichsetzt und ein Nürnberg „für die roten Schweinehunde“ verlangt. Und da kommt die junge Werbemanagerin zu Wort, die mit dem alten Sowjetmenschen nichts anfängt und nur noch an Geld, Sex und Karriere denkt. Derweil für viele Menschen in der Provinz, fern von Moskau, der mühsame Alltag unverändert weitergeht, im jahreszeitlichen Rhythmus der Natur. 

Festivalchef Josef Zierden hatte moderiert und war mit der Nobelpreisträgerin auf die Gesprächs-Reise durch ein untergegangenes Land gegangen. Simultan übersetzt von Ganna-Maria Braungardt. Typisch das Schlussbild des Abends: die riesige Signierschlange mit Signieren und Fragen an die Autorin, ebenfalls simultan übersetzt.

Swetlana Alexijewitsch war der vierte Träger des Literaturnobelpreises, der beim Eifel-Literatur-Festival zu Gast war: nach Imre Kertesz (2004), Herta Müller (2010, 2012) und Günter Grass (2011). Wobei Herta Müller schon lange vor dem Literatur-Nobelpreis (2009) wiederholt Gast des Eifel-Literatur-Festivals war.

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